Ra, Rz, Rmax – verstehen Sie die wichtigsten Rauheitskennwerte für CNC-gefertigte Bauteile. Mit Umrechnungstabelle, Vergleichsnormen und praktischen Zeichnungsangaben.
Jeder Kennwert beschreibt die Oberflächenrauheit anders. Wer den Unterschied kennt, spezifiziert CNC-Bauteile präziser und vermeidet kostspielige Missverständnisse.
Der arithmetische Mittelwert aller Profilabweichungen von der Mittellinie. Der weltweit am häufigsten verwendete Rauheitskennwert.
Der Mittelwert aus fünf Einzelrautiefen über definierte Messstrecken. Reagiert empfindlicher auf einzelne Spitzen und Riefen als Ra.
Die größte Einzelrautiefe auf der gesamten Messstrecke. Relevant für Dichtflächen und dynamisch belastete Bauteile.
Praxisnahe Umrechnung zwischen Ra und Rz sowie Vergleich mit traditionellen Dreieckssymbolen und ISO-Notation nach DIN EN ISO 1302.
| Ra [µm] | Rz [µm] | N-Grad ISO 1302 | Oberflächenzeichen DIN 3141 | Bearbeitungsart |
|---|---|---|---|---|
| 50 | 180 … 220 | N12 | ▽ | Schruppbearbeitung |
| 25 | 90 … 110 | N11 | ▽ | Schruppbearbeitung |
| 12,5 | 46 … 57 | N10 | ▽ | Schruppbearbeitung |
| 6,3 | 23 … 32 | N9 | ▽▽ | Schlichtbearbeitung |
| 3,2 | 12 … 16 | N8 | ▽▽ | Schlichtbearbeitung |
| 1,6 | 5,9 … 8 | N7 | ▽▽ | Schlichtbearbeitung |
| 0,8 | 3,0 … 4,8 | N6 | ▽▽▽ | Feinschlichtbearbeitung |
| 0,4 | 1,6 … 2,8 | N5 | ▽▽▽ | Feinschlichtbearbeitung |
| 0,2 | 1,0 … 1,8 | N4 | ▽▽▽ | Feinschlichtbearbeitung |
| 0,1 | 0,8 … 1,1 | N3 | ▽▽▽▽ | Feinstschlichtbearbeitung |
| 0,05 | 0,45 … 0,6 | N2 | ▽▽▽▽ | Feinstschlichtbearbeitung |
| 0,025 | 0,22 … 0,3 | N1 | ▽▽▽▽ | Feinstschlichtbearbeitung |
Für spanend gefertigte Oberflächen gilt näherungsweise: Rz ≈ 4 × Ra (grob), Rz ≈ 5–7 × Ra (fein bearbeitet). Der Faktor steigt mit feinerer Oberfläche, da Ra weniger empfindlich auf einzelne Spitzen reagiert. Für präzise Angaben immer beide Werte aus der Zeichnung entnehmen.
Die richtige Rauheitsvorgabe spart Kosten und sichert die Funktion. Eine Übersicht typischer Anwendungen nach Ra-Wert.
Statische und dynamische Dichtflächen benötigen feine Oberflächen, damit O-Ringe, Flachdichtungen oder Radialwellendichtringe zuverlässig abdichten. Zu rau = Leckage, zu glatt = ungenügende Haftung.
Wälzlager benötigen präzise, feine Sitze (Rauheit beeinflusst Passungsübermaß). Gleitlagerflächen müssen Ölfilm tragen können – zu glatt verdrängt das Schmiermittel.
Linearführungen, Maschinenbetten und Schlitten erfordern reproduzierbare Oberflächen. Ra 1,6 ist der typische CNC-Standard für Führungsflächen.
Sichtbare, nicht-funktionale Flächen können gröber bleiben. Das spart Kosten – hier genügt oft Ra 6,3 oder 12,5 aus dem Fräsen ohne Nachbearbeitung.
Gewindeflanken benötigen keine Hochglanzoberfläche. Zu feine Gewinde erhöhen die Reibung und das Festfressrisiko. Standard für metrische Gewinde: Ra 6,3.
Eine gewisse Rauheit verbessert die Haftung von Lacken und Beschichtungen. Für Pulverbeschichtung reicht Ra 6,3, für Galvanik sollte Ra ≤ 3,2 sein.
Vom taktilen Tastschnittgerät bis zum konfokalen Mikroskop – die gängigen Messverfahren im Vergleich.
Eine Diamantspitze (Radius 2–5 µm) tastet die Oberfläche mit konstanter Geschwindigkeit ab. Der Standard in der industriellen Qualitätssicherung.
Konfokale Mikroskopie, Weißlichtinterferometrie oder Laserscanning messen berührungslos mit hoher Auflösung.
Taktile Vergleichsmuster (Rauheitsnormal) für schnelle Vor-Ort-Prüfung mit dem Fingernagel. Einfach, aber subjektiv.
Nach DIN EN ISO 1302 – so geben Sie Rauheitsanforderungen normgerecht und CNC-gerecht an.
Oberfläche beliebig herstellbar. Keine definierte Rauheit.
Material muss durch Zerspanung abgetragen werden (Fräsen, Drehen, Schleifen).
Material darf nicht zerspant werden (Gießen, Schmieden, Walzen).
Angabe: Ra 3,2 mit spanendem Symbol
Bedeutet: Gefräste/gedrehte Oberfläche mit Ra ≤ 3,2 µm. Standard für die meisten nicht-funktionalen Flächen.
Angabe: Ra 0,8 und Rz 6,3
Beide Werte zusammen angeben, wenn Rillenrichtung oder maximale Rautiefe funktionskritisch sind.
Angabe: Ra 0,4 mit Zusatz Rmax 3
Maximale Einzelrautiefe begrenzen. Wichtig für Wälzlager, die auf Presssitz montiert werden.
Ra 0,8 verdoppelt etwa die Kosten gegenüber Ra 3,2 (zusätzlicher Schleifprozess). Ra 0,4 kann die Kosten verdreifachen (Feinschleifen + Honen/Läppen). Geben Sie Rauheitsanforderungen nur dort an, wo sie funktional notwendig sind. Eine pauschale „Ra 1,6 auf allen Flächen" ist der häufigste Kostentreiber bei CNC-Bauteilen.
Geben Sie Ihre Rauheitsanforderungen auf der Zeichnung an und erhalten Sie in unter 24 Stunden ein Angebot. Wir fertigen Ihre Bauteile mit zertifizierten Oberflächen – inklusive Ra/Rz-Messprotokoll auf Wunsch.